10 Dec 08

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Salam Alaikum, Marhaban Fil Maghreb.
Willkommen in Marrakesch und in  Marokko.  Ich hoffe dass Sie mei Blog geniessen.

Sie können sich auf eine kompetente, zuverlässige Führungund Beratung  verlassen.

Staatlich geprüfter Reiseleiter in Marrakech, Marokko.
Ich freue mich auf Sie.

Medersa Ben Youssef


Bitte schreiben Sie eine E-mail  oder rufen Sie mich an .

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22 Feb 09

ban-marrakech-marokko2

Lust auf Kulturprogramm in Marokko!!

Die Liste des Welterbes (Stand Juni 2002) umfasst insgesamt 730 Kultur- und Naturstätten in 125 Ländern. Sie stehen unter dem Schutz der Internationalen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit.Die 1972 von der UNESCO verabschiedete Konvention ist das international bedeutendste Instrument, um Kultur- und Naturstätten, die einen aussergewöhnlichen universellen Wert besitzen, zu erhalten.
Denkmäler werden nur dann in die Liste des Welterbes aufgenommen, wenn sie die in der Konvention festgelegten Kriterien der Einzigartigkeit und der Authentizität (bei Kulturstätten) bzw. der Integrität (bei Naturstätten) erfüllen und wenn ein überzeugender Erhaltungsplan

vorliegt.
Marokko ist in der Liste mit 9 UNESCO-Welterbestätten vertreten.

g26.ch


  • Altstadt von Fès
  • Altstadt von Marrakesch
  • Platz Djema el Fna
  • Befestigte Stadt Aït-Ben-Haddou
  • Altstadt von Meknès
  • Ausgrabungsstätte Volubilis
  • Medina von Tétouan (Titawin)
  • Medina von Essaouira (früher Mogador)
  • Portugiesische Stadt Mazagan (El Jadida)
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    28 Jan 10

    Mein Name ist Peter Wieser,  geboren 1954

    • Erfahrung als Carchauffeur und   Reiseleiter.
    • Div. Reisen in Marokko und anderen Länder .. continue reading ..
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    26 Jan 10

    Monika Vergeiner-Sinz
    Canisiusweg 125; A- 6063 RUM, AUSTRIA; monika.vergeiner@sinz.org
    12. – 20. April 2008
    Marokko – Al Maghreb
    Kulturschätze Nordafrikas
    Dieses Land, das wir ein wenig erkunden wollten, hat eine Fläche von fast 460.000 km² (die Westsahara, die  völkerrechtlich nicht als marokkanisches Staatsgebiet anerkannt ist, noch einmal etwa 250.000 km²) und etwa 32 Millionen Einwohner. Die Landesflagge zeigt auf rotem Untergrund – rot gilt als Farbe der Alaouiten, der herrschenden Dynastie, – einen grünen fünfzackigen Stern – für die fünf Säulen des Islam: Sahada, das Glaubensbekenntnis; Salat, das Gebet;  Sakat, die Pflicht, Almosen an die Armen zu geben; Saum, das Fasten im Monat Ramadan; Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka; –  grün war die 1. Fahne des Propheten Mohamed und gilt als Farbe des Islam. Die Hauptstadt ist seit 1912 Rabat.
    Al Maghreb heißt, „da, wo die Sonne untergeht“ und ist eine Bezeichnung für ganz Nordafrika.
    12. April – der 1. Tag: von Innsbruck nach Casablanca
    Es war noch Nacht, als die letzten in den Bus, der uns nach München brachte, zustiegen. Waltraud Kiechl war unsere Reiseleiterin vom ORF; Helmut unser Kameramann, verstärkt durch seine Gattin Inge; Georg und Anschi, Ludwig und Gitti, Andrä und Monika, Heli, Hans, Sigrid, Marianne, Josef und Petra, Bernhard und Maria, Edi und Renate, Horst und Gudrun, Anton und Inge, Klaus und Anna Maria, Peter, Barbara, Elisabeth und ich waren die TeilnehmerInnen der Reise. Mit der Iberia flogen wir nach Madrid (2 Stunden Aufenthalt) und von dort nach Casablanca.
    Geschichte:
    Der arabische Universalgelehrte Ibn Khaldoun (1332-1406) hat die Bewegungslehre der marokkanischen Epochengeschichte, die wesentlich Dynastiegeschichte ist, mit unübertrefflicher Klarheit beschrieben: den Gegensatz zwischen der Einheit des Reiches und der sie bedrängenden rebellischen Kräfte von außen, den Gegensatz von Sesshaftigkeit und Nomadentum, die politische Zentrale der regierenden Dynastie, die unter dem Ansturm der kriegerischen Nomadenstämme zerfällt.
    Die Berber waren einige tausend Jahre v. Chr. die ersten Siedler Marokkos, wovon viele Felsbilder zeugen.
    Um 1100 v. Chr. legen die Phönizier einige Stützpunkte an, die ab dem 5. Jh. von den Karthagern übernommen wurden.
    Im 3. Punischen Krieg (146 v. Chr.) wird Karthago von den Römern zerstört; die römische Oberhoheit war lange Zeit nur nominell, da das Land in verschiedene unabhängige Berberreiche zerfiel. Erst unter Kaiser Augustus begann 31 v. Chr. die Romanisierung. Nach dem Berberaufstand (40 n. Chr.) wurde Nordmarokko als Provinz Mauretania Tingitana mit den Hauptorten Tingis (Tanger) und Volubilis direkt in den römischen Herrschafts- und Verwaltungsbereich einbezogen und wurde so zur Kornkammer Roms. Im 3. Jh. begann die Christianisierung des Landes.
    Von der römischen Herrschaft zeugen vor allem die römische Ruinenstätte Volubilis (Fußbodenmosaike, Forum, Kapitol, Basilika, Thermen, Säulenanlagen, Triumphbogen des Caracalla, Tore, Palastruinen) und Lixus. In den archäologischen Museen Marokkos sind prähistorische  Funde und Kleinkunst der Phönizier, Karthager und Römer ausgestellt.
    Unabhängige Berberreiche und arabische Eroberung: Nach dem Rückzug der Römer bildeten sich mehrere kleine Berberreiche. Von 429-477 setzten sich die Vandalen in Tanger und Ceuta fest; ab 533 gehörte Nordmarokko zum Byzantinischen Reich, das aber nur Tanger und Ceuta kontrollierte.
    683 und 703 drangen arabische Heere ins Land und verleibten es dem Reich der Omajaden ein, womit die jahrzehntelange Islamisierung Marokkos begann. Zwischen 740 und 742 gab es einen Aufstand der Berber, in dessen Gefolge Marokko wieder unabhängig wurde.
    Die Kunst der Berber fand besonders in der wuchtigen  Festungsarchitektur der Kasbahs ihren imponierenden Ausdruck. Der Baustil der Kasbahs – eine hohe, mit Ecktürmen  bewehrte Mauer umschließt einen mehrstöckigen Zentralbau – geht auf die vorislamische, vielleicht sogar auf die vorrömische Zeit zurück. Diese Gemeinschaftsspeicher und Sippenwohnburgen, von den Berbern auch agadir oder tighremt genannt, wurden aus Stampflehm, luftgetrockneten Lehmziegeln oder Bruchsteinen errichtet; geometrische Figuren verzierten die Außenwände.
    Idrissiden, Fatimiden, Omajaden: 788 begann  der Berberfürst Moulay Idris I. im nördlichen Marokko ein unabhängiges Reich aufzubauen – der Süden wurde weiterhin von unabhängigen Stämmen beherrscht. Sein Sohn Idris II. gründete 807 Fès. Ab etwa 920 war Nordmarokko Schauplatz langwieriger Kämpfe zwischen den spanischen Omajaden und den tunesischen und ägyptischen Fatimiden.
    Die Almoraviden: kriegerische Sanhadja-Berber schlossen sich unter dem Namen Almoraviden zu einem militärisch-religiösen Orden (ribat) zusammen und beherrschten ab 1061 den größten Teil des Landes, gründeten ein Jahr später ein befestigtes Heerlager in Marrakesch, das ab 1070 zur Hauptstadt ausgebaut wurde. Ab 1079 stand das Gebiet des heutigen Marokko zum ersten Mal unter einheitlicher Herrschaft. In den folgenden Jahren entstand durch Eroberungszüge nach Algerien, in den Senegal und nach Andalusien ein marokkanisches Großreich, das jedoch am Anfang des 12. Jh. wieder zerfiel.
    Mit den militärischen Expeditionen in Andalusien beginnt Marokko das maurische Kulturerbe von Südspanien zu übernehmen. (Die andalusischen Araber wurden von den Spaniern moriscos – Mauren – genannt, ein Begriff, der bald auch auf die arabische Bevölkerung des Maghreb ausgeweitet wurde.) Die Kunst der Almoraviden ist in der Regel sehr einfach und zweckgebunden, wuchtige Bauten herrschen vor. Zu den wenigen erhaltenen, bedeutenden Bauten aus dieser Zeit gehören Teile der Stadtmauern  und Tore von Marrakesch.
    Die Almohaden, die Anhänger eines ribat, der 1125 gegründet wurde, warfen den  Almoraviden Abkehr vom Islam vor, eroberten in einem heiligen Krieg (1140-47) das almoravidische Reich und in der Folge Tripolitanien (Libyen) und Teile Spaniens. Um 1200 begann die Rückeroberung der Christen in Spanien: die Flucht der spanischen Muslime  brachte Marokko eine kulturelle Blütezeit.
    In dieser Ära beginnt die Blüte des maurischen Stils in Marokko. Die klassische Form der Moschee wird entwickelt; Stalaktitengewölbe und kunstvolle Arabesken verfeinern den schlichten Ornamentstil. Die bedeutendsten almohadischen Bauten sind die Moschee von Tinmal, die Koutoubia von Marrakesch, der Hassanturm von Rabat, die Kairaouine von Fès, die reich dekorierten Monumentaltore von Marrakesch und Rabat (und die Giralda in Sevilla).
    Meriniden und Beni Ouattas: 1216 begann der kriegerische Nomadenstamm der Meriniden  seine Eroberungszüge in Ostmarokko, 1249 beherrschte er das ganze Land. 1465 wurde er von den Beni Ouattas (Wattasiden) abgelöst, die der zunehmenden inneren Unruhen im Reich auch nicht Herr wurden.
    Im 14. Jh. erlebte Marokko unter den Meriniden seine größte kulturelle Blüte: es entstanden die vollkommensten Medersen (Hochschulen für Theologie und islamisches Recht) des Landes, vor allem in Fès, der prachtvoll ausgebauten Merinidenkapitale, in Meknes und in Salé. Die Ornamentalkunst wird zu einer Art sakraler Geometrie erhoben, das Stalaktitgewölbe wird weiterentwickelt, fein geschnitzte Zedernholzdecken zeugen von vollendeter Handwerkerkunst. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählt die Merinidennekropole Chellah in Rabat.
    Der arabische Stamm der Saadier, die sich als Scherifen (direkte Nachkommen Mohammeds) bezeichnen, begann 1510 mit der Eroberung Marokkos, das er nach der Kontrolle der lukrativen Gold- und Sklavenhandelswege nach Westafrika und der Eroberung fast aller Küstenstädte und der Wattasidenhauptstadt Fès in ihre Gewalt brachte. Mit den Saadiern gelangte die erste arabische Dynastie in Marokko an die Macht. 1554 machten sie Marrakesch zu ihrer Hauptstadt und bauten es zu einer prächtigen Metropole aus. Den Versuch der Osmanen, ihr Reich auf Marokko auszudehnen, verhinderten sie in der Schlacht bei Taza. Seeräuber trieben an der Küste ihr Unwesen und errichteten in Rabat und Salé Korsarenrepubliken. Thronfolgestreitigkeiten spalteten das Reich; die Dynastie zerfiel in den Jahren 1666-1669.
    Durch die Flüchtlingswellen der letzten aus Spanien vertriebenen Muslime erlebte das Land gegen Ende des 16. Jhs. und am Beginn des 17. Jhs. einen kulturellen Aufschwung. Die eindruckvollsten Bauwerke  sind die Saadiergräber und der El-Badi-Palast in Marrakesch.
    Die Alaouiten, die sich auch als Scherifen bezeichnen, eroberten von 1666-1669 (in diesem Jahr fiel Marrakesch) ganz Marokko. Sultan Ismail Moulay (regierte von 1672-1727) baute Meknes zur Hauptstadt aus und schuf ein riesiges Heer aus schwarzen Sklaven, das erfolgreich gegen die Berberstämme, gegen die Osmanen im Osten und die Spanier im Norden kämpfte. 1799 forderte eine Pestepidemie 100.000 Opfer. Immer wieder gab es durch die Korsarenstadtstaaten, religiöse Bruderschaften, die französische Kolonalisierung Algeriens, durch Kämpfe mit den Spaniern und durch barbarische Steuereintreibungen schwere Unruhen, bis Marokko um 1900 in einen Zustand der Anarchie versank, was die Europäer für ihre Wirtschaftsinteressen ausnützten. 1912 wurde die französich-spanische Schutzherrschaft über Marokko besiegelt.
    Die Frühzeit der Alaouiten-Dynastie ist kunstgeschichtlich durch eine Steigerung der  klassischen Vorlagen ins Monumentale gekennzeichnet (Ville Imperiale in Meknes). Grelle Farben beherrschen zunehmend die ornamentalen Muster. Palastbauten in den Königsstädten und in neuerer Zeit das Mausoleum Mohammeds V. in Rabat und die Moschee Hassans II.  in Casablanca zeugen von dieser Kunstrichtung.
    In der Protektoratszeit blieben die Sultane zwar nominell marokkanische Staatsoberhäupter, die politisch-militärische Macht lag jedoch in der französischen Zone, deren Hauptstadt Rabat war, beim Generalresidenten,  in der spanischen Zone, einem etwa 50 km breiten Streifen in Nordmarokko mit der Hauptstadt Tetouan, beim Hochkommissar. Tanger wurde nach einem Statut des Jahres 1923 zum Freihafen und zur internationalen Zone erklärt, was bis 1961 Gültigkeit behielt.
    Die Geschichte dieser Zeit ist vor allem im französischen Teil des Protektorats eine einzige Abfolge von Eroberungen, Kämpfen, die ca ½ Million Menschenleben forderten, Verarmung der ländlichen Bevölkerung vor allem durch französische Siedler, antikolonialistischen Widerstand, bis zur Verbannung des Sultans Mohamed V. nach Madagaskar 1953, seiner triumphalen Rückkehr 1955 und zur Unabhängigkeitserklärung 1956. Mohamed V. regierte (ab 1957 als König) bis 1961; sein Sohn Hassan II. folgte ihm auf den Thron: er annektierte 1975 die Westsahara. Die Regierungszeit dieses absoluten Monarchen ist von enormen sozialen Spannungen und wirtschaftlichen Problemen überschattet. Mohamed VI., der nach seinem Vater 1999 den Thron bestieg, versucht einen liberaleren Kurs.
    Casablanca /Dar El Beida/Anfa,
    im 15. Jh. ein berüchtigter Piratenort (die Korsaren kamen auch als Reaktion auf die Reconquista), im 16. Jh. eine portugiesische Kolonie, 1755 von einem Erdbeben fast völlig zerstört; im späten 19. Jh. von europäischen Händlern „entdeckt“, empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein, Palmen und herrlicher Wärme.
    Majid Daif, unser Führer in den nächsten Tagen – gelegentlich von lokalen Führern unterstützt -, wartet in einem langen schwarzen Gewand mit Kapuze, einer Djellabah, der Nationaltracht für Frauen und Männer, schon auf uns, ebenso Hassan 1, unser exzellenter  Fahrer, und Hassan 2, der Beifahrer.
    Auf der Fahrt zum Hotel erhalten wir einen ersten Eindruck von dieser größten Stadt Marokkos mit 3,5 Mio Einwohnern (am Anfang des letzten Jahrhunderts waren es noch 30.000), einer Stadt voller Gegensätze, die zum Teil Jahrhunderte alte Traditionen lebt und zum Teil hochmodern ist, einer Wirtschaftsmetropole mit internationalen Firmen, die in ganz Nordafrika ihre Geschäfte abwickeln, von 9 Präfekturen verwaltet, mit meist niedrigen Häusern, auf denen unweigerlich Satellitenschüsseln montiert sind (das Fernsehen hat Informationen über die Welt gebracht und damit große Veränderungen bewirkt), mit vielen Palmen, ein Zentrum Marokkos, von dem es heißt: „Wenn Casablanca gesund ist, ist Marokko gesund“.
    Die Stadtrundfahrt führte uns
    ~  zum Hafen, 1912 erbaut, (noch) der größte Hafen Nordafrikas (in Tanger wird an einem noch größeren gebaut) und einer der größten Afrikas;
    ~ zur großen Moschee Hassans II. am Ende eines riesigen Platzes, einem mächtiger Sakralbau mit städtebaulicher, religiöser und politischer Dimension, von den (Zwangs-) Spenden aller Marokkaner (auch der sehr armen) finanziert, entworfen von dem französischen Architekten Michel Pinseau, errichtet auf einer erdbebensicher konstruierten Meeresplattform von der französischen Baufirma Bouygues, (35.000 Handwerker haben an dem Bauwerk gearbeitet, wobei es zu zahlreichen tödlichen Arbeitsunfällen kam), nach 7-jähriger Bauzeit 1993 eingeweiht, nach Mekka die größte Moschee der Welt, mit einem 200 m hohen Minarett und einem 200 m langen und 100 m breiten Moscheegebäude, in dem insgesamt etwa 100.000 Betende Platz finden, mit einem zu öffnenden gläsernen Schiebedach.
    Nur kurz können wir ins Innere schauen: Marmorsäulen, Kachelmosaike, schöne Kapitele mit Marmorstuck, Marmorfußböden, Zedernholzschnitzereien .. . schmücken den riesigen Raum.
    ~ Von der Atlantikküste haben wir bei Sonnenuntergang einen wunderbaren Blick auf dieses Bauwerk.
    ~ In deren unmittelbarer Nähe: Armenviertel – und jede Hütte hat eine Satellitenschüssel.
    ~ Luxusviertel entlang des Atlantik, in dem auch Europäer wohnen.
    ~ Platz der Vereinten Nationen, von dem auch der großstädtisch geprägte Boulevard Mohamed V. wegführt.
    ~ Platz Mohamed V., auf dem wir unsere ersten Wassermänner sahen: Männer in bunten Trachten mit einer Glocke, glänzenden Bechern und Schalen, in die sie aus Ziegenfellsäcken den Durstigen Wasser einschenken.
    13. April – 2. Tag: Von Casablanca nach Rabat und Meknes

    „Sebah el kheir“ (guten Morgen) und „assalam-eleikum“ (Friede) – so wurden wir am nächsten Morgen begrüßt.
    Bevölkerungsgruppen Marokkos und Sprachen:
    Unvermischte Rassen gibt es fast nur in Gebieten, denen es wirtschaftlich sehr schlecht geht. Demnach kann man in Marokko fast nur von gemischten Gruppen sprechen.
    die beherrschende Volksgruppe sind die Araber; so ist auch Hocharabisch die offizielle Landessprache, eine sehr alte Sprache, die auch die erste Schulsprache ist. Sie hat 28 Buchstaben (ohne Vokale); vokalisiert geschrieben wird nur für Anfänger.
    etwa die Hälfte der Bevölkerung ist berberischen Ursprungs. Es lassen sich 3 große berberische Ethnien unterscheiden:
    die Chleuh, sesshafte Ackerbauern im westlichen Hohen Atlas und Antiatlas, in der Sousebene und in den Tälern von Dra und Dades, deren Sprache Tachelhait ist;
    die Beraber im östlichen Hohen und Mittleren Atlas, schaf- und ziegenzüchtende Halbnomaden, die Tamazirht sprechen;
    und die Rifkabylen, sesshafte Bauern im Rifgebirge, die Tarifi sprechen.
    Die Berbersprachen sind größtenteils gesprochene, nicht geschriebene Sprachen. Marrakesch hat eine berberische Bevölkerungsmehrheit.
    Juden: etwa 20.000 Juden leben heute in Marokko, der größte Teil davon sind Nachfahren der von den katholischen Spaniern aus Andalusien im 13. und 14. Jh. vertriebenen Sephardim. Im 13. Jh. wurden ihnen eigene Wohnviertel, die mellahs, zugewiesen; in der Protektoratszeit wurden diese Beschränkungen aufgehoben. Die Vichy-Regierung versuchte, antisemitische Rassengesetze in Marokko einzuführen: Mohamed V. hat diese Gesetze couragiert und erfolgreich bekämpft.
    Haratin: das sind Nachfahren der schwarzen Sklaven, die die marokkanischen Sultane seit dem 16. Jh. (besonders unter Ahmed El Mansour und Moulay Ismail) in Westafrika zwangsrekrutierten und in ihre stehenden Heere pressten. Dazu kommen noch Einwanderer aus Schwarzafrika. Sie leben hauptsächlich in den Oasenregionen Südmarokkos (im südlichen Dratal und im Tafilalet). Sie sind die ärmste Bevölkerungsgruppe, die ihren Lebensunterhalt oft als Tänzer, Musiker, Gaukler oder Akrobaten – zum Beispiel auf dem Djemaa El Fna in Marrakesch – verdienen.
    Französisch ist die 1. Fremdsprache und weit verbreitet.
    Bevor wir die am Rande der Autobahn grasenden Kühe und Schafe hinter uns ließen und nach Rabat kamen, erinnerte uns Majid – mit einem Wortspiel über Rabat und Rabatt – daran, bei Einkäufen über den Preis zu handeln, was für die Verkäufer ein emotionales Vergnügen sei …
    Rabat:
    Schon eine Altsteinzeitsiedlung; ein phönizischer und karthagischer Hafen (am Atlantik); für die Römer ein wichtiger Handelsort.
    Im 10. Jh. gründeten Zenata-Berber ein befestigtes Kloster (ribat) als Stützpunkt gegen das unabhängige schiitische Berberreich in der Umgebung, die Berghouata.
    1150 unterwarfen die Almohaden die Berghouata. Yacoub El Mansour (1184-1199) machte Ribat El Fath (Klosterburg des Sieges) zur Hauptstadt des Reiches. Nach seinem Tod und durch die Verlegung der Residenz nach Marrakesch wurde Rabat unbedeutend.
    Ab 1609 kamen andalusische Flüchtlinge (Juden und Moslems), was zu einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwund der Stadt führte.
    1627 schlossen sich Rabat und die Schwesternstadt Salé zur unabhängigen Republik Bou Regreg mit Hauptsitz in der Kasbah des Oudaias zusammen; dies war die Blütezeit einer einträglichen Piraterie – die Republik wurde zum mächtigsten Piratenstützpunkt Nordafrikas, hauptsächlich gegen spanische Schiffe (bis zum Aufkommen der Dampfschiffe und der Versandung des Hafens), und vermehrte ihren Reichtum noch durch  Sklavenhandel.
    18. Jh.: Niedergang; 1755 verwüstete ein Erdbeben die beiden Städte.
    1912 neue Hauptstadt der französischen Kolonie, Hochschulstandort, eine elegante Stadt und heute Hauptstadt Marokkos.
    Vorbei an einem christlichen Friedhof und der alten Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert, als Rabat unter Yakoub El Mansour die Hauptstadt der Almohaden war, mit einem schönen Tor fuhren wir durch das Botschaftstor zu einer Stadt in der Stadt, zur
    ~ Königsresidenz, einem 24 ha großen Gebiet mit verschiedenen Ministerien, Botschaften, Schulen, Sportplätzen, einer Bibliothek, dem Königsfriedhof, einem Minarett und dem Palast aus dem 18. Jh., vor dem gerade eine recht lockere Wachablöse stattfand, sahen die Diener des Königs in ihren weißen Gewändern mit rotem Hut und die Leibgarde in ihrer prächtigen roten Uniform, und hörten, dass es in Marokko wegen Attentatsversuchen auf König Hassan II. kein Verteidigungsministerium gebe, sondern der König der oberste Befehlshaber des Heeres sei.
    ~ Über den Grenzfluß blickten wir hinüber nach Salé.
    ~ Hassanturm und Mausoleum Mohamed V.: Der Hassanturm ist das architektonische Wahrzeichen Rabats, als Minarett einer großen Moschee gedacht, mit deren Bau 1190 unter dem Almohadensultan Yakoub El Mansour begonnen wurde; der Tod des Sultans und die Verlegung der Residenz nach Marrakesch verhinderten die Vollendung des Bauwerks; das Erdbeben von 1755 zerstörte einen großen Teil der fertiggestellten Anlage. Erhalten geblieben sind ein Teil der Umfassungsmauer, ein Wald von Säulen(-fragmenten) und der unvollendete (44 m statt 80 m hohe) Hassanturm.
    Das Mausoleum, als schönster neuzeitlicher Bau des Islam gepriesen, in maurischer Architektur errichtet und von den besten Kunsthandwerkern des Landes gestaltet, ist die Grabstätte Mohamed V. und seiner Söhne Prinz Moulay Abdallah und König Hassan II. Innen ist es mit Schnitzereien und Mosaiken geschmückt. Der Sarkophag Mohamed V. ist aus blendend weißem Marmoronyx gearbeitet (und erinnert an den Sarkophag Moulay Ismails in Meknes). Die Außenmauern bestehen aus Carraramarmor. Am Stiegenaufgang sieht man eine fein ziselierte Messingfigur mit Lanzen – ein Symbol der Königskrone.
    Bewacht wird die Anlage von zwei Reitern in roter Uniform mit weißem Umhang und  grün-weißer Kappe, bewaffnet mit einer Lanze.
    Zu einem besonderen Erlebnis wurde der Besuch des Kasbah-Komplexes der Oudaias, einer Festungsanlage, die im 12. Jh. statt der im 10. Jh. errichteten Klosterburg (ribat) gebaut und im 17. Jh. erweitert und verstärkt wurde. Ihren Namen bekam sie vom arabischen Stamm der Oudaias, der sich im 13. Jh. hier ansiedelte. Heute ist diese ehemalige Militärgarnison ein Künstlerviertel mit steilen, engen Gassen, mit Türen, die mit Scheren, Blechverzierungen (auch das Bild der Kleopatra kann man erkennen) und Ornamenten geschmückt sind, und mit blau-weiss gestrichenen Hauswänden (weiss als Farbe der Reinheit und blau als die Farbe des Himmels und des Meeres). Wir wanderten durch den prachtvollen maurischen Garten im Innenhof des Anbaus bis zum Terrassencafè, von dem wir nicht nur einen herrlichen Ausblick über die Stadt, sondern in dem wir auch unseren ersten stark gesüßten Pfefferminztee, das Nationalgetränk in Marokko, und wohlschmeckendes (Mandel-)gebäck, genossen.
    Das Land:

    König Hassan II. verglich Marokko mit einem Baum, der seine Wurzeln in der arabischen Welt (in Afrika und Asien) habe, seinen Stamm in Afrika und seine Blätter in Europa.
    Seine Grenzen: der Atlantik – die Straße von Gibraltar – das Mittelmeer – Algerien und Mauretanien. Ceuta und Mellila am Mittelmeer sind spanische Enklaven
    Es gibt reiche Städte, wobei Tanger Casablanca in wenigen Jahren wirtschaftlich überholen könnte, wunderbare Oasen, Steppenlandschaften, Wüste und Gebirge (Hoher, Mittlerer Atlas, Antiatlas, Rifgebirge im Norden).
    Die Hälfte der Fläche ist Wüste; 2/3 sind trocken oder halbtrocken mit einer Niederschlagsmenge von höchstens 400 mm/Jahr, wobei es ein Nord-Süd- und ein West-Ost-Gefälle gibt; der Südosten des Landes ist am trockensten. 1,5 Mio. ha werden bewässert. Das Wasser kommt vielfach aus dem Hohen und dem Mittleren Atlas. 1/3 des Landes ist gut geschützt, hat genug Wasser (bis zu 1200 mm Niederschlag/Jahr) und ist fruchtbar. Casablanca, Rabat und ihre Umgebungen sind reiche und bevölkerungsreiche Gebiete. 1/5 des Landes ist gebirgig.
    Wir fuhren über Schwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung, in Marokko „liegende Polizisten“ genannt, und an km-langen rot-weiß oder grün-weiß gestrichenen Randsteinen vorbei, winkten hinüber nach Salé, sahen einen Königspalast mit einem Gestüt und das bestgesicherte Gebäude Marokkos, in dem das Geld, der Dirham, gedruckt wird. Die Gegend wurde immer karger – in der Ferne grüßte der Mittlere Atlas.
    Meknes:
    Eine Stadt, die schon 1063 als almoravidische Festung gegründet wurde; die Kapitale des grausamen Regenten Sultan Moulay Ismail (2. Alaouitensultan, – 1727), dem die wuchtige Palast- und Festungsarchitektur zu verdanken ist (Volubilis und der El Badi Palast in Marrakesch dienten dabei als Steinbrüche); Er verwirklichte damit seinen „Traum von Macht“; skrupellose Diplomatie und eine barbarische Steuergesetzgebung kennzeichnen seine Herrschaft. Er war stolz darauf, Zeitgenosse Ludwigs XIV. zu sein, legte französische Gärten an und unterhielt eine französische Botschaft.
    Nach dem Tod dieses Sultans: Fès wird wieder Residenzstadt, Meknes wurde weitgehend zerstört, auch 1755 durch das große Erdbeben.
    Heute ist die Stadt ein Handelszentrum für Berberteppiche und für ihre landwirtschaftlichen Produkte (Oliven, Wein und eine besonders gute Qualität von Pfefferminze); und dient der Nahrungsmittelindustrie.
    Uns beeindruckten:
    ~ die Stadtmauer:  40 km lang, in 3 Ringen angelegt: die 1. Mauer schützt die Stadt, die 2., aus gestampftem Lehm mit Löchern zur Atmung teilweise 2×4m dick, diente als Schutz der alten 1. Mauer und war um das Judenviertel (mellah) (17. Jh.) errichtet; die 3. Mauer schließlich sollte die Paläste Moulay Ismails und seiner angeblich 500 Frauen und 1.000 Kinder, seine Gärten, Wasserbecken und Getreidekammern bewachen.
    ~ Die Altstadt (Medina): In der Schneidergasse hörten und sahen wir, dass nur Männer dieses Gewerbe ausüben; wir schlenderten durch die Souks (Kleider, Schuhe, Wäsche, Schmuck, Gewürze, Geschirr … gab es hier zu kaufen) und kamen zum Place El Hedim, dem Zentralplatz, dessen eine Seite vom mächtigsten Tor der Stadt beherrscht wird, dem prächtigen Bab El Mansour.
    ~ Moschee und Mausoleum Moulay Ismails: durch ein reich mit Ornamenten verziertes Tor kamen wir durch 5 Innenhöfe mit schönen Mosaikwänden, mit einem Mihrab (mit Kuppel), der 2 Funktionen zu erfüllen hat: er zeigt die Richtung nach Mekka an und verbessert die Akustik,  und mit einem Wasserbecken für die Waschungen.
    Ohne Schuhe gingen wir in die Moschee, die eine von wenigen in Marokko ist, die besichtigt werden kann, und schauten in die im Inneren reich geschmückte Grabstätte Moulay Ismails, die nur von Muslimen betreten werden darf – mit 4 Sarkophagen, herrlichen Säulen und Mosaiken am Boden und an den Wänden.
    Kurze Informationen über den Islam:
    Entstanden im 7. Jh. (622: Auszug des Propheten aus Mekka); aus dieser Zeit datiert auch die Trennung von Männern und Frauen beim Gebet, da Konzentration nötig ist und Frauen einen Mann vom Beten ablenken; Frauen beten deshalb daheim oder in großen Moscheen in eigenen Räumen; gebetet wird 5 mal am Tag (5 – 15 Minuten lang): bei Sonnenaufgang, Mittags, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und etwa 2 Stunden danach; beim Freitagsgebet (Mittags) wird eine Theologielektion erteilt – es dauert ca 1 Stunde. Vor dem Gebet sind Waschungen vorgeschrieben: es müssen je 3 mal die Hände und Füße, Gesicht, Ohren und Haare gewaschen, Mund und Nase ausgespült werden. Von Allah gibt es kein Bild, und es bricht eine Tabu, Menschen oder Tiere abzubilden – deshalb gibt es als Verzierungen nur florale und geometrische Muster und Kalligraphisches, z.B. ein Schriftband „nur Allah siegt“ mit floralen Motiven (in einem der Innenhöfe). Es gibt im Islam keine Heiligen, auch die Propheten von Abraham bis Mohamed sind nicht heilig.
    14. April – 3. Tag: Fès und Volubilis:

    (Den marokkanischen Viren konnten nicht alle von uns widerstehen, auch ich nicht. So kann ich über diesen Tag nur Berichtetes berichten.)
    Fès:
    Die Stadt wurde 807 durch Idris II. gegründet. Bald gab es 2 Orte mit Siedlern aus Tunesien (Aduat El Kairouan) und aus Andalusien (Aduat El Andalous), die 1067 durch die Almoraviden erobert und zur Stadt Fès vereinigt wurden.
    1145: Einnahme durch die Almohaden: Handelszentrum
    1248: Meriniden machen Fès zur Hauptstadt ihres Reiches. Bau von Medersen (Hochschulen für Theologie und islamisches Recht). Zentrum des westlichen Islam (löste Córdoba ab).
    Unter den Saadiern mit Marrakesch als Hauptstadt verliert Fès an Bedeutung.
    Nach 1610 und dem Zerfall des Saadierreiches wird Fès Hauptstadt des nördlichen Reichsteiles.
    Ab 1666: Residenz der Alaouiten bis 1912 (ausgenommen die Zeit unter Moulay Ismail).
    1911 Besetzung durch die Franzosen: Rabat wird Hauptstadt, Casablanca Wirtschaftszentrum – Fès verliert an Bedeutung und verarmt.
    Heute: Kunst- und Handwerkszentrum Marokkos; geistig- religiöses Zentrum; Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe.
    Ein Blick von der alten Festung zeigt die beiden Stadtteile: Fès El Bali, die eigentliche Medina der Stadt, und Fès El Djedid, das neue Fès.
    Der Tag war ausgefüllt
    ~ mit Besuchen in verschiedenen Handwerksbetrieben:
    a) in einer Töpferei mit handgetriebener Töpferscheibe; die hergestellten Kunstwerke werden    in dieser Werkstätte auch bemalt.
    b) in einer Färberei und Gerberei: in riesigen Lehmbottichen werden Naturfarben angerührt und gemischt, Häute zum Trocknen aufgespannt und Tierfelle bearbeitet. Um das Leder weich zu spülen, wird es in die Laugen, die mit Taubenkot vermischt sind, in den weißen Bottichen gelegt.
    c) in einer (Seiden-)Weberei: auf alten Webstühlen in Holzrahmen werden manuell Agavenseide, Wolle und Baumwolle gewebt.
    ~ mit dem Schlendern durch verschiedene Souks, auch dem der Kessel-, Kupfer- und Messingschmiede. In den Souks herrschte ein unbeschreibliches Gedränge, immer wieder unterbrochen von den „balek“- (= Achtung-)Rufen der Zulieferer, die auf Eseln und zweirädrigen Eselskarren ihre Waren transportieren und absoluten Vorrang genießen, d.h. man muss sofort ausweichen.
    ~ und mit der Besichtigung wunderbarer Kunstwerke:
    a) der Kairaouine: Sie wurde 859/60 als Moschee und Universität errichtet, erhielt ihre heutige Form im 12. Jh.; bis zum 17. Jh. wurden Anbauten hinzugefügt; das Minarett stammt aus dem 10. Jh. Mit ihrer Grundfläche von 16.000 m² ist sie der zweitgrößte Sakralbau Marokkos, hat 14 Haupttore, 270 Säulen und fasst 22.000 Gläubige. In ihrer Blüte zur Zeit der Meriniden im 13. und 14. Jh. besuchten 8.000 Studenten, die in den umliegenden Medersen wohnten, aus dem ganzen islamischen Raum diese Hochschule für Theologie, islamisches Recht, Mathematik, Astronomie und Heilkunst. Auch Papst Sylvester (940-1003) war hier Student. Jahrhundertelang war die Kairaouine das geistige Zentrum des westlichen Islam. Heute dient sie nach wie vor als Hauptmoschee von Fès und als Treffpunkt der ulema, der islamischen Rechtsgelehrten, hat aber seit 1960 ihren Status als maßgebliche Hochschule verloren.
    b) der Medersa Seffarine: Sie wurde 1280 gegründet, ist die erste merinidische Hochschule und die älteste Medersa der Stadt. Von ihrem Platz aus kommt man in die Bibliothek der Kairaouine.
    c) des blauen Tores, das außen blau und innen grün ist.
    d) der Koranschule Bou Inania. Sie wurde zwischen 1350 und 1357 als letzte der großen Meriniden-Medersen erbaut und ist die bedeutendste, schönste und größte Medersa von Fès. Durch das maurisches Haupttor aus Zedernholz kommt man in einen rechteckigen, marmorgepflasterten Innenhof mit einem Brunnen. Die dem Hof zugewandten Fassaden und die Decken der Unterrichts- und Gebetsräume tragen reiche Verzierungen. Bänder aus Carrara-Marmor oder Zedernholz mit floralen und ornamentalen Mustern, Fayencekacheln, Stalaktiten-Gewölbe, Flügeltüren mit Bronzeplatten, Treppen aus Marmor, Onyx zeugen von überbordendem Reichtum.
    e)  und des Mausoleums von Moulay Idriss II. (der Zaiouina). Ein Balken markiert den Anfang des horm, des heiligen Bezirks, der die Grabstätte des Stadtgründers Idriss II. umgibt – Tiere dürfen dieses Gebiet nicht betreten. Die Zaiouina wurde in ihrer heutigen Form 1457 errichtet. Sie ist der bedeutendste marokkanische Wallfahrtsort – der Zutritt ist Nichtmuslimen verwehrt. Ein Blick auf die reich verzierten Holzportale und in den Vorraum der Frauen mit Hunderten von Lampen und einem prächtigen Zedernholzbaldachin entschädigen dafür ein wenig. An einer Außenwand ist eine sternförmige Kupferplatte angebracht, in die vorbeiziehende Pilger, die das Mausoleum nicht betreten dürfen, verdeckt Geld in eine Öffnung stecken, um in den Genuss der baraka, der heiligen Kraft Idriss´ II., zu gelangen.
    Volubilis
    Die nächste Station bildete ein Besuch in den Ruinen der alten Römerstadt in wunderbarer landschaftlicher Lage: Tempelreste, ein römischer Gerichtssaal (Basilika) mit Fußbodenmosaiken, ein Triumphbogen und Reste von Säulengängen über den Gehsteigen waren hier zu sehen.
    Lustig ist die Geschichte, dass römische Sklaven im Winter sich zuerst aufs Klo setzen mussten, um es für ihre Gebieter anzuwärmen; weniger lustig die Tatsache, dass die römischen Bauten Moulay Ismail für den Ausbau seiner Residenz in Meknes als Steinbruch dienten. Für ihn und seine Nachfolger war nach islamischer Geschichtsphilosophie die Zeit vor 622 (Auszug Mohammeds aus Mekka) eine Zeit der dschahilija, eine Zeit der Unwissenheit, eine gottferne Vorzeit.
    Dann war ein Rundgang durch Moulay Idriss, der heiligen Stadt Marokkos, der Grabstätte von Idris I., des wichtigsten Wallfahrtsortes des Landes vorgesehen.
    Die Stadt wurde im Jahre 788 durch Moulay Idris I. gegründet: Idris, ein direkter Nachkomme des Propheten Mohamed, bekehrte die in der Region ansässigen Berberstämme zum Islam, wurde zu ihrem Anführer gewählt und einigte schließlich Nordmarokko. Hauptstadt: das neugegründete Moulay Idriss. 792: Idris I. wird im Auftrag des Abbasidenkalifen Harun El Rachid vergiftet; sein Sohn Idris II. verlegte die Residenz nach Fès. Bis 1917 durfte die Stadt von keinem Nichtmuslim betreten werden; bis vor wenigen Jahren durften in ihr keine Ungläubigen übernachten; deshalb ist das alte Stadtbild vollständig erhalten..
    15. April – 4. Tag: Von Meknes nach Erfoud und zur Oase Merzouga
    Schon um 7,30 Uhr früh rollten wir durch die fruchtbare Saisebene, vorbei an einem Wasserturm und an den mit roten Ziegeln auf den Pyramidendächern (damit der Schnee abrutschen kann) bedeckten Häusern, die einst die Franzosen errichteten – denn es schneit  hier bis auf 1.100 m herab. Wir sahen Zwiebel- und Kartoffel-Lager im Freien, mit gelben und schwarzen Plastikplanen bedeckt, und hatten von oben einen wunderbaren Blick auf die Gebirgsketten des Mittleren Atlas, der in allen Schattierungen von grün leuchtete. Zedernwälder, Blumen (Mohn), Störche, Reiher Kalksteinhäuser, eine Nomadenfamilie, Kalkgestein und am Wegrand Mineraliensteine, von einigen von uns eifrig gesammelt, erfreuten uns, der verwehte Müll (weiße und schwarze Plastiksäcke) weniger.
    In Azrou grüßten uns viele Flaggen und viel Polizei, denn König Mohamed VI. wurde erwartet. Der König habe in Paris Jus studiert, erzählte uns Majid, über die Beziehungen Marokkos und der EU dissertiert und sei sehr sozial. Marokko sei eine demokratische Monarchie, von manchen auch ironisch „Demokratur“ genannt.
    Wir sahen auf unserer Weiterfahrt Affen (Makaken), Windschutzmauern gegen die Schneeverwehungen, immer wieder Schafherden und an einem Berghang – wie später noch oft – in arabischen Schriftzeichen die Worte: „Gott – Vaterland – der König“. Wir fuhren über etliche Pässe, über das Plateau de l´Arid, durch winzige Dörfer, die alle eine Moschee und ein Minarett haben, nach Zeida, einem Städtlein, das von Apfelgärten gesäumt wird, durch Steppenlandschaft mit wasserdichten Nomadenzelten aus Ziegenfell, mit Dromedarhaaren geknüpft, nach Midelt (Mittagessen im Hotel Kasbah Azmar).
    Langsam überquerten wir auf dem Tizi n´ Tairhemt-Pass (1907 m) den Hohen Atlas, dessen schneebedeckte Gipfel uns schon von weitem gegrüßt hatten, mit seiner rötlich-braunen Erde, seinen grünen Büschen (viele Wacholderstauden) und seinen Ziegen, sahen Häuser aus gestampftem Lehm mit treppenförmigen Verzierungen am Dachrand, und kamen zum Oued (= Fluss) Ziz und zu einem Stausee, aus dem Wasser in die Kanäle der Dörfer gepumpt wird, was wir in den nächsten Tagen immer wieder beobachten konnten, und nach Er Rachidia, einer Militärstadt mit einer Fakultät für Naturwissenschaften und Literatur, von der die rote marokkanische Fahne weht, und einer Agrarschule. Die Stadt wurde nach einem Bruder (Rachid) des jetzigen Königs benannt. Im Ziztal reiht sich eine Oase an die andere: wir sahen wieder Palmen, die nur unter 1300 m wachsen und den anderen Pflanzen Schatten spenden, wodurch sie weniger Wasser brauchen, Wiesen, Olivenbäume, rechts und links der kahlen Bergwände Häuser mit kleinen Fenstern und von dicken Mauern umgeben als Schutz gegen Diebe und gegen die Hitze, und  ummauerte Terrassen, die als Dreschplätze genutzt werden.
    Majid verkürzte uns die Fahrzeit auch immer wieder durch Informationen über sein Land:
    Wirtschaft und Soziales:
    Etwa 45 % der Bevölkerung leben von Ackerbau, Viehzucht, Fischfang und Forstwirtschaft. Reine Viehzüchter sind nur noch die etwa 62.000 Nomadenfamilien (die im Durchschnitt 5 Kinder haben): die Kamelnomaden der Sahara und die schaf- und ziegenzüchtenden  der ostmarokkanischen Hochplateaus. Die Nomaden besitzen nur das Nötigste, das, was sie tragen können; ihre Teppiche dienen zugleich als Taschen, in die sie ihre Habseligkeiten stopfen. 1/5 der Fläche dient der Landwirtschaft. Produziert werden Getreide und Gemüse, in der Gegend um Meknes auch Wein; Datteln im Tafilalet; Kork – wir sahen auch Korkeichenwälder (die Korkfrüchte seien süß) -; der Öl-, Zucker- und  Milchbedarf könne nicht zu 100% aus eigenen Erzeugnissen gedeckt werden. Die Probleme in der Landwirtschaft sind nicht nur auf immer wiederkehrende Dürreperioden zurückzuführen, sondern auch auf die Landverteilung: die fruchtbarsten Böden gehören Großgrundbesitzern.
    Tourismus: für Majid nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch friedenstiftend, weil sich die Menschen kennenlernen. Bis zum Jahre 2010 sollen die Übernachtungszahlen von heute 7,5 Mill. auf 10 Mill. gesteigert werden, wobei als Tourist jeder gilt, der nicht ständig in Marokko lebt und arbeitet, also auch im Ausland lebende Marokkaner, die ihr Land besuchen.
    Marokko sei ein „Land der zwei Geschwindigkeiten“: in den Städten hochentwickelte Technik und Wirtschaft, auf dem Land vielfach noch Tauschwirtschaft. Es gebe Projekte, um alle Dörfer mit Strom und Wasser zu versorgen.
    Mit Europa bestehe ein in fast allen Sparten (zoll-)freier Warenverkehr.
    Sozialversicherungen gebe es noch keine. Man könne sich freiwillig krankenversichern lassen; über eine gesetzliche Arbeitslosenversicherung werde diskutiert.
    Für die Gesundheit der Kinder werde viel getan: in der Stadt gebe es regelmäßige Impfungen, auf dem Land ein Mal jährlich Impfkampagnen. Die theoretische und praktische Ausbildung der Ärzte sei sehr gut und in Frankreich anerkannt.
    Bei Dorfgründungen werde immer gleich eine Moschee durch den Staat, oft aber auch durch die Leute selbst gebaut, denn nach einer Koransure werde jeder, der hilft, ein Haus für Gott zu bauen, ein Haus im Paradies haben; die lokalen Autoritäten holten dann einen Imam, der gleich verheiratet werde – „dann habe man Ruhe im Dorf“ – und der auch die Kinder unterrichte.
    Der sheik, der alte Mann des Dorfes, sei der Führer des Ortes; er und die sheiks der umliegenden Dörfer diskutierten die Probleme und berieten Lösungen. Alles, vor allem das Wasser, werde gerecht geteilt; die Kontrolle werde durch das Dorf ausgeübt. Wenn einer schwindele, werde er vom Dorf bestraft: z.B. müsse die Frau alleine die Wäsche (im Fluss) waschen. Die schlimmste Strafe sei, wenn alle Dorfbewohner zum Schwindler kämen; denn er müsse alle bewirten, die Gäste lachten (auch über ihn) – dann sei seine Verfehlung vergessen.
    Die marokkanische Gesellschaft sei eine Männergesellschaft: das sei in dieser Natur, in der Wüste, die viel vom Menschen fordere und in der der Schutz der Familie sehr wichtig sei, die einzige Möglichkeit zu überleben
    Der Militärdienst dauere 18 Monate und sei nur für ein Familienmitglied verpflichtend. Wenn der Älteste Matura mache, werde er nicht eingezogen. Die Soldaten aus dem Süden machen im Norden Dienst und umgekehrt.
    Bildung:

    Öffentliche Grundschulen sind gratis (Privatschulen sehr teuer);  Universitäten kosten Euro 10,- /Jahr; Schulbücher kann man gegen eine geringe jährliche Leihgebühr ausleihen.
    Schulpflicht bestehe bis 15 Jahre (früher bis 13 Jahre), was nach dem Gesetz die Familien kontrollieren sollten, was aber nicht immer funktioniere. Im Sommer sind 2 ½ Monate Ferien – es ist zu heiss (kontinentales Klima mit bis zu 50° C im Schatten).
    Die offizielle Analphabetenrate sei mit 40 % immer noch sehr hoch; bis vor 10 Jahren habe sie 55 % betragen. Allerdings werden alle als Analphabeten gezählt, die keine öffentliche oder private Schule besucht haben. Die Erwachsenen, die als Kinder eine Schule in einer Moschee besucht haben, in denen der Imam unterrichte, zählen als Analphabeten, obwohl sie arabisch in Wort und Schrift beherrschen.
    In den Städten hätten die Mädchen gleiche Bildungschancen wie die Buben, auf dem Land nicht.
    Die Volksschule dauert 6 Jahre, daran schließen sich bis zur Matura 7 Sekundarschuljahre, wobei die Schüler in den letzten 3 Jahren ihre Spezialgebiete wählen: Technik, Literatur, Wirtschaft, Naturwissenschaften. Unterrichtssprache ist Arabisch, verpflichtende Fremdsprache Französisch, 3 Jahre werde eine 2. Fremdsprache gelernt.
    Für das Universitätsstudium bekämen viele ein Stipendium
    Kleidung: (Majid: „Andere Länder, andere Dirndln:“)
    Sehr oft sahen wir die Djellabah, ein langes Gewand in vielen Farben, zum Teil – vor allem für Frauen – kostbar bestickt, mit einer Kapuze als Schutz vor Wind und Sonne.
    Haik ist ein weites Frauengewand, mit dem sich die Trägerinnen ganz verhüllen können. Wir sahen von ihnen – besonders wenn unser Kameramann in Aktion war, oft nur ein Auge.
    Darunter tragen sie oft einen Kaftan, ein besticktes, wertvolles Kleid.
    Viele Frauen tragen schwarze Kleidung – da sehe man den Schmutz nicht. Weiß hingegen  ist die Farbe der Trauer.
    Erfoud und das Tafilalet:
    Eine kleine Stadt auf 802 m Höhe gelegen mit rosa und ocker getünchten Flachbauten, 1917 von den Franzosen als Garnisonsstadt gegründet; die Hauptsiedlung des Tafilalet, einer Oasengruppe in der Sahara südlich des Hohen Atlas, die historisch bedeutsamste Region Marokkos, die etwa 1.400 km² groß ist: im 8. Jh. wurde in der Nähe des heutigen Rissani die alte Hauptstadt Sijilmassa gegründet, die, einst eine der Metropolen des Reiches, zwischen dem 11. und 15. Jh. zu den wichtigen Zentren des Transsaharahandels gehörte. Dieses Gebiet ist das Kernland der Alaouiten, der herrschenden Dynastie, die von hier aus ab dem 17. Jh. ganz Marokko eroberten. Im Tafilalet wachsen etwa 1 Mio. Dattelpalmen.
    Nach kurzer Rast in unserem Hotel, bestehend aus Lehmziegel-Bungalows mit kleinen Palmenhainen vor der Terrassentür, (die sanitären Anlagen sollen nicht bei jedem klaglos funktioniert haben) brachen wir in Landrovern – vorbei an Filmstudios – zur Oase Merzouga und zu den Dünen des Erg Chebbi in der Sahara, nahe der algerischen Grenze, auf. Die Dünen haben Zentren, sind also keine Wanderdünen. Etliche von uns kauften sich einen langen Schal und ließen sich einen Tuareg-Turban binden. Einige von uns machten sich dann zu Fuss auf den Weg, etliche aber ritten stolz auf mit bestickten Decken belegten Dromedaren die Dünen ein Stück weit hinauf, um oben einen herrlichen Rundblick zu genießen. In der Auberge Berberes gab´s dann ein wohlschmeckendes marokkanisches Eintopfgericht in einer tajine, einem bunten Keramikgeschirr mit einem kegelförmigen Deckel, in dem auf Holzkohlenfeuer alle möglichen Gerichte zubereitet werden, wobei das Ritual des Abhebens des Deckels mit besonderer Spannung erwartet wird. Den Ausklang des Abends – bevor wir in den Jeeps wieder über die Wüste zu unserem Hotel holperten – erlebten wir bei marokkanischer Musik auf Schlaginstrumenten: „Am Anfang der Musik war der Rhythmus“!
    16. April – 5. Tag: Von Erfoud zur Todraschlucht und nach Ouarzazate

    In der Früh regnet es ca 1 Stunde lang – das bedeutet in der Wüste schönes Wetter!
    Unser erster Halt galt einem Handwerksbetrieb, in dem 180 bis 800 Millionen alte marmorähnliche Steine aus der Gegend mit Einschüssen von Muscheln, Tintenfischen, Schnecken, Dinosauriern … nach einer Idee von Andre Heller (!), der seit 20 Jahren die Firma berate, zu Tischplatten, Waschbecken, Ziersäulen, Schüsseln und Schalen, Broschen, Schlüsselanhänger, Aschenbecher … verarbeitet werden. Auch Sahararosen gab es zu kaufen.
    Vorbei an Kasbahs fuhren wir durch die Wüste, das Tafilalet, und sahen Zäune aus Palmblättern, die die Pflanzen vor Wind und Sand schützen sollen. In einem Dorf besuchten wir einen Markt, in dem die Händler ihre Matten auf dem Boden ausgebreitet und darauf ihre Waren aufgestapelt hatten: Obst und Gemüse, Geschirr und Töpfe, Kleidung und Schuhe … Waage gab es keine: das Gewicht wurde geschätzt, der Preis verhandelt: ich zahlte für 4 große, saftige Orangen 6 Dirham. Viele kamen mit zweirädrigen Eselskarren, um ihre Produkte auf den Markt oder ihre Einkäufe heimzubringen.
    Als nächstes kamen wir zu einem uralten (persischen) Wasserversorgungssystem, Khettara-Technik genannt: wenn irgendwo Wasser gefunden wurde, wurde weiter gebohrt bis dorthin, wo das Wasser gebraucht wurde – z.T. hunderte Kilometer lang. So entstand ein unterirdischer Kanal mit entsprechendem Druck für das Wasser. Um die Kanäle sauber zu halten, wurde die Erde ausgeschaufelt, eine sehr schwere Arbeit – es bildete sich eine Kette von kleinen vulkanartigen Hügeln, die etwa 5 m auseinander liegen, mit Einstiegslöchern, die etwa 20 m tief sind.
    In Tinejdad kamen wir auf die Route der 1.000 Kasbahs, Wohnfestungen mit einer starken Mauer zum Schutz vor der Außenwelt umgeben. Im Süden sahen wir das sanfte Gebirge des Antiatlas und kamen bald nach Tinerhir, von wo die Todra-Schlucht abzweigt, deren Ende mit den hohen, senkrecht abfallenden Felswänden wir zu Fuss erwanderten – zum Hotel Yasmina, wo wir unterm Zelt zu Mittag aßen und die großen kegelförmigen Brotkörbe bestaunten.
    Am Fluss ist eine wunderschöne Oase, vom Hohen Atlas vor den Winden geschützt, mit Dattelpalmen (die männlichen haben aufstehende Palmwedel, die weiblichen, die allein Früchte tragen, herabhängende), Aprikosen, Weinstöcken, Quitten, Mandeln, Feigen, Oliven, Tomarisken (die fürs Gerben bei der Lederproduktion gebraucht werden) … Am Ende der Schlucht hatten wir einen Blick auf diese paradiesische Oase, auf die Lehmhäuser an den braunen Hängen und auf die Hochebene.
    In der Wüste sahen wir immer wieder Schaf- und Ziegenherden, die sich an den stacheligen (Schutz gegen Ungeziefer) und harten (wassersparenden) Wüstenpflanzen gütlich taten, und zu beiden Seiten der Straße turmartige Tore: Grenzen der Verwaltungsbezirke.
    Im Dadestal kamen wir zuerst nach Boumalne du Dades (1586 m), einer Stadt mit schönen Kasbahs, Obst- und Gemüsekulturen, und Getreideanbau, wobei die Getreidefelder durch Rosenhecken vor Sand und Wind geschützt sind; dann immer wieder zu Oasen mit Berbersiedlungen – über den Tizi n´ Taddert-Pass zur Oase Skoura und entlang eines Stausees zu unserem heutigen Zielort.
    Majids Informationen:
    Die Familie:
    Der Familienzusammenhalt sei sehr gut, allerdings verschwinde die Solidarität gegenüber der Familie immer mehr, da immer mehr erwachsene Kinder in die Stadt zögen, die Boden- und Wohnungspreise sehr hoch und die Wohnungen klein seien, sodass kein Platz mehr für die Eltern und Geschwister sei.
    Heirat (frühestens mit 18 Jahren): In Südmarokko und auf dem Land werde die Heirat immer noch von den Eltern organisiert, wobei die Mütter über die Heirat des Sohnes entscheiden und dann ihre Zustimmung geben, wenn sie mit der künftigen Frau zufrieden seien; die Väter machen die Sache dann offiziell. Bei der Verlobungszeremonie, bei der oft ein Zuckerhut geschenkt werde, werde auch die Summe der Mitgift, die der künftige Ehemann an die Eltern der Frau zu zahlen habe, festgelegt (z.B. Euro 300,-). Die Frau mache ihrem Mann bei der Hochzeit oft ein symbolisches Geschenk, z. B. schenke sie ihm einen Teppich, den sie selbst geknüpft hat und der ihre Lebensgeschichte erzählt. Geheiratet werde zu Hause vor dem Notar, dann werde 3 Tage lang gefeiert. Eine Karawane begleite das Hochzeitspaar dann zum Dorf, in dem sie leben werden. Es wird erwartet, dass die Frau Jungfrau sei, was auch dem ganzen Dorf bewiesen werden müsse.
    Um eine 2. Frau heiraten zu dürfen, müsse die 1. Frau schriftlich ihr Einverständnis geben; der Mann müsse gesund sein und über genügend finanzielle Mittel verfügen.
    Hausbau:  Gebaut wird meist in der Nähe der Eltern. Etliche Familienmitglieder bauen zusammen ein relativ großes Haus, da bis zu 30 Leute darin wohnen werden. Die Baumaterialien sind gestampfter Lehm, mit Stroh vermischt, und Lehmziegel. Werde das Haus zu klein oder die Schäden zu groß, nehme man alles Brauchbare aus dem alten Haus mit, verwende es wieder und baue ein neues – das alte Haus zerfällt und wird wieder zu Lehm, aus dem es gebaut wurde. Deshalb sahen wir auf unseren Fahrten immer wieder verlassene  Hausruinen.
    Kinder: wenn nach 1 –2 Jahren keine Kinder da seien, gebe es – manchmal mehrmals – ein großes Familientreffen mit einem Abendessen mit Gewürzen, die warm machen, und Pilgerfahrten. Keine Kinder, besonders keine männlichen Nachkommen zu haben, gelte als Strafe Gottes.
    Scheidung: Wenn der Mann sagt, „Du bist geschieden“, kann sich das Paar wieder versöhnen. Wenn er es allerdings zum 3. Mal, jedesmal vor Zeugen, sagt, ist eine Versöhnung nicht mehr möglich, bzw. nur wenn die Frau nach einer weiteren Ehe den Mann wieder heiratet. Die Frau hingegen braucht für eine Scheidung 12 Zeugen, dass der Mann sie schlecht behandelt hat.
    Gäste werden als Zeichen der Gastfreundschaft mit Rosenwasser besprengt.
    Sterben, Tod, Trauer:
    Wenn jemand stirbt, werde er, einem alten Ritual aus dem 7. Jh. zufolge, vom Kopf angefangen bis zu den Füßen gewaschen, mit Rosenwasser besprengt, auf die rechte Körperseite gelegt  und nackt und ohne Schmuck in ein weißes Tuch eingewickelt. Auf dem Friedhof werde er in seinem Grab mit dem Kopf Richtung Mekka gelegt, sein Kopf mit einem großen Stein markiert, seine Füße mit einem kleinen. Beerdigungen seien billig (sie kosten etwa Euro 100,-) – niemand mache damit ein Geschäft. Später finde man das Grab nicht mehr; man gehe nur auf den Friedhof und gebe Geld für die Armen. Nach dem Tod eines Menschen sei es 3 Tage lang unhöflich, in der Küche des Trauerhauses etwas zu berühren – die Familie und all ihre Gäste werden vom Dorf versorgt. Die Trauerzeit nach der Beerdigung dauere 100 Tage; die Trauernden kleiden sich ganz in weiß. Nach der Trauerzeit dürfen die Menschen auch wieder heiraten.
    Ouarzazate
    Auf 1160 m am Zusammenfluss des Dra und Dades gelegen, eine recht neue Stadt, da der Boden hier billig war, mit 4 Filmstudios, deren Filme schon mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurden bot uns wieder ein Hotel im Bungalowstil mit Palmen und Orangenbäumen vor den Zimmern und französischer Küche.
    17. April – 6. Tag: Von Ouarzazate nach Marrakesch

    Ait Benhadddou,
    an der alten Karawanenstraße nach Marrakesch gelegen, („wer die Karawanen kontrollierte, kontrollierte Marokko“), UNESCO Weltkulturerbe, imponierendstes Zeugnis der für den Süden Marokkos typischen Kasbah-Architektur, bot uns nach kurzer Fahrt von oben einen überwältigenden Anblick. An einem Hügel sind sechs Kasbahs zu einer trutzig aufragenden Wohnburg verschmolzen. Die Berber-Kasbah im südlichen Marokko hat mehrere Funktionen: sie ist Fluchtburg, Herrensitz, Festung, Gemeinschaftsspeicher, Sippenwohnung und Clanmachtzentrum. Um einen mehrstöckigen Zentralbau gruppieren sich vier hohe Ecktürme, eine mächtige Mauer umgibt den Bau. An den Außenfassaden ist reicher Ornamentschmuck zu sehen, durch Einritzungen oder durch Lehmziegelkombinationen gebildet. Das Baumaterial der Kasbahs, Stampflehm, mit Stroh vermischt, und Lehmziegel, ist äußerst witterungsanfällig: die Mauern müssen mindestens alle 2 Jahre und nach jedem heftigen Platzregen ausgebessert werden. Fenster und Türen sind – als Schutz vor Wind, Sand und Hitze – nach innen angebracht. So ist es in den Häusern auch im Sommer oft recht kühl.
    Auf dem Weg zum höchsten Punkt der Kasbah über viele Stufen kommen wir nicht nur an zahlreichen traditionellen Souvenirläden vorbei, sondern schauen auch in die Werkstatt eines Künstlers, der Pyro-Aquarelle herstellt: er malt mit Tee, Zitrone und Safran auf ein Papier ein Motiv, das nahezu unsichtbar ist, und macht dies dann mit Wärme (Feuer oder Sonne) in verschiedenen Farben sichtbar.
    Oben ein herrlicher Rundblick! Und wir sangen unter Waltrauds Leitung: „ In di Berg bin i gern …“
    Die Bevölkerung dieser Gegend sind Haratin und Berber, die vermutlich aus dem Jemen, wo diese Kasbah-Architektur auch zu finden ist, über Ägypten und den Sudan nach Nordafrika gekommen sind.
    Was wir immer wieder an vielen Straßen, bei Restaurants, auf Passhöhen oder vor Bauten, bei denen Touristen erwartet wurden, erlebten: Händler, die ihre Waren auf Holztischen aufgetürmt haben und zum Verkauf anboten: bunte Teller, Keramikschalen, Töpfe, Mineralien, verschiedene Gegenstände aus marokkanischem Marmor zum Teil mit Versteinerungen (Schmuck), Tücher und Schals, Decken und Teppiche …
    Wir fahren weiter durch die Wüste im Hohen Atlas, die immer wieder durch Oasen unterbrochen wird. Manche Felder werden bewässert. Rötlich-braune Felsformationen, aus Kalkgestein und Erde gebildet, mit interessanten Schichtungen, z. T. arg verwittert, Berge, teilweise kahl, teilweise bis zum Gipfel bewachsen, einige Häuser, aus dem gleichen roten Gestein gebaut, und Unterstände für Nomaden begleiten uns auf der kurvenreichen hügeligen Straße, die im Winter von Schneepflügen geräumt werden muss, denn es schneit hier bis auf 1.500 m, was auch 5-6 mal /Winter Straßensperren notwendig macht.
    Der Tizi n´ Tichka-Pass (2260 m) ist unser höchster Punkt – mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Gebirgsketten des Hohen Atlas, auf einen Nomadenweg am gegenüberliegenden Berghang und mit einer sich ändernden Vegetation und sanfteren Gebirgsformen. Helmut kann all dies aber nur dadurch mit seiner Kamera einfangen, dass er in Taddert, wo wir einen kurzen Stopp machen, uns und dem Bus nachwinkt und mit dem Taxi noch einmal die Serpentinen hinauffährt, wofür wir ihm herzlich danken.
    Im Flusstal wachsen Kakteen, Oleanderbüsche, Kräuter, Getreide, und immer wieder sehen wir eifrige Frauen, die ihre Wäsche im Fluss waschen und die bunten Kleider, Tücher und Teppiche an seinen Abhängen zum Trocknen auslegen.
    Zwei Problembereiche schildert uns Majid:
    die Energieversorgung: zwar werde Strom schon teilweise, z.B. am Atlantik, durch Windenergie und in der Wüste durch Solarenergie erzeugt; dies jedoch in viel zu geringem Maße, da der Staat an der Mineralölsteuer viel verdiene. Er meine aber, die Stromgewinnung aus Wind und Sonne sei die Zukunft in Marokko. Viele Haushalte hätten Strom nur zur Beleuchtung, nicht aber für den Betrieb eines Kühlschrank …
    Versorgung mit Süßwasser.
    Am Nachmittag erreichen wir die letzte der vier Königsstädte:
    Marrakesch,
    das 1062 als befestigtes Heerlager der Almoraviden gegründet wurde und ab 1070 Hauptstadt der Almoraviden und wichtiges Handelszentrum war; 1147 eroberten die Almohaden die Stadt, die die prächtigen Bauten der Almoraviden zerstörten und als neue Hauptstadt aufbauten; 1176 Pestepidemie. Unter der Regentschaft von Yacoub El Mansour (1185-1199) erlebte Marrakesch eine neue Blütezeit, wurde aber 1269 von den  Meriniden erobert, die Fès zur Hauptstadt machten; 1521 nahmen die Saadier die Stadt ein und machten sie 1554 zur Hauptstadt ihres Reiches, die durch den lukrativen Gold- und Sklavenhandel mit Timbuktu (Nordmali) und Westafrika eine erneute Blütezeit erlebte: es entstanden große prunkvolle Bauten. 1666 verlegten die Alaouiten die Hauptstadt wieder nach Fès. Moulay Ismail (1672-1727) ließ die saadischen Paläste zerstören.
    Anfang des 20. Jhs. war Marrakesch Regierungssitz von Generalsultan Moulay Hafid; El Glaoui (1875-1956), legendärer Pascha von Marrakesch, der Hafid zunächst unterstützte, später seine Berbertruppen den Franzosen zur Verfügung stellte, um die rebellischen Bergstämme der Region zu unterwerfen; regierte als selbstherrlicher Despot bis 1955. In der Protektoratszeit war die fruchtbare Haouzebene, das Umland von Marrakesch, das Hauptsiedlungsgebiet der Franzosen.
    Traditionell ist Marrakesch die heimliche Hauptstadt des marokkanischen Südens und die führende Handelsstadt, da der gesamte Warenverkehr zwischen den Städten des Nordens und der Sahara über Marrakesch abgewickelt wurde, mit den größten Souks des Landes und nach wie vor ein Magnet für die Nomaden des Umlandes. Es ist die viertgrößte Stadt des Landes, hat 900.000 Einwohner (mit den Vorstädten 1,5 Mio); wegen der roten Gebäude, aus den Steinen der Umgebung errichtet, wird es die „rote Perle des Südens“ genannt.
    Wir fuhren über breite Straßen, von Palmen, Blumen (Rosen und Bougainvillea in verschiedenen Farben), Bäumen (Pomeranzen) und Büschen begrenzt, ein Stück der alten 14 km langen Stadtmauer mit Löchern zur Belüftung und für aufzustellende Gerüste (mit 14 Eingängen) entlang, sahen eine nach Mekka weisende Mihrab und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas, der 60 km Luftlinie von der Stadt entfernt ist und von dem das Wasser für Marrakesch hergeleitet wird, denn diese Gegend gehört zu den halbtrockenen Gebieten, die nur bis zu 400 mm Regen/Jahr bekommen. Und dann wartete auf uns Wüstenbewohner der letzten Tage eine Überraschung: das fast neue Hotel R. Mogador Menara, ein Luxushotel, mit einem kunstvoll gestalteten riesigen Foyer mit einem gewaltigen Luster, mit Buffets am Morgen und Abend vom Feinsten (das ich leider nur ansehen und nicht genießen konnte), mit einem wundervollen Saal, umrandet von Polsterbänken, in der Mitte ein riesiger wunderschöner Teppich, mit Schwimmbad …
    18. April – 7. Tag: in Marrakesch

    Die Koutoubia-Moschee, im 12. Jh. in der Almohaden-Zeit aus den Steinen der Umgebung errichtet, vor 6 Jahren renoviert, von einem wunderbaren Garten mit vielen Rosen umgeben, bietet 12.000 Gläubigen Platz – sie durfte von uns nicht betreten werden. Das 77 m hohe viereckige Minarett, das architektonische Wahrzeichen Marrakeschs, ist in Marokko das einzige aus der Almohaden-Zeit (Ende des 12. Jh.): Steinornamente, an jeder Seite anders gestaltet, zieren die Außenseiten des Turms. Früher ritt der Muezzin – wie bei der Giralda in Sevilla – mit dem Pferd auf einer Rampe auf den Rundgang, um zum Gebet zu rufen. Die Spitze zieren 3 goldglänzende Kugeln, die größte mit 2 m Durchmesser, die oberste aus Gold, im 16. Jh. von der Mutter des Sultan Ahmed El Mansour, „dem Vergoldeten“, gestiftet; die 3 Kugeln werden auch als Symbol für die 3 monotheistischen Religionen gedeutet, die alle die gleiche Achse, Gott, haben.
    Wir spazierten durch die Medina, die Altstadt, mit ihren dicken Mauern und Innenhöfen, die den heißen Sommer durch einen angenehmen Luftzug zum Riad und den marokkanischen Winter mit Temperaturen um 5°C bis 0 °C erträglich machen, und die
    Mellah, das ehemalige Judenviertel, zum
    Bahia-Palast, der um 1900 erbaut wurde und Sitz des Großwesirs Bou Ahmed war, der um die Jahrhundertwende für den minderjährigen Sultan Abd El Aziz regierte. Die reich geschmückten Innenräume zeugen von der orientalischen Prachtentfaltung jener Zeit.
    Der Palast steht in einem 8 ha großen Areal mit einem wunderschönen Garten, in dem Bananenstauden (Bananen werden das ganze Jahr geerntet), Pomeranzen, Palmen, Hibiskus, Jasmin … wachsen. Der Riad (Wohnbereich in marokkanischer Architektur), die Gebäude teilweise mit einem „Mönch- und Nonnendach“ versehen, mit Patios (Innenhöfen): Dicke Mauern, Palmen, Bäume bieten Schutz vor der Wüste und sorgen für angenehme Temperaturen im Sommer und im Winter. Arabische Stukkatur und Ornamente, Malereien aus Naturfarben, Zedernholzdecken (in jedem Raum schmücken andere Motive die Decke), Mosaikfußböden und geschnitzte Türen zeugen vom Reichtum des Wesirs.
    Zwei große Empfangssäle mit Nischen (als Warteräume) sind reich mit Stukkaturen, Ornamenten, Zedernholzdecken und einem kalligraphischen Band geschmückt.
    Vier Räume, gruppiert um einen großen Innenhof mit einem Wasserbecken, gibt es, die einst den 4 offiziellen Frauen des Großwesirs vorbehalten waren; Bahia, nach der der Palast seinen Namen trägt, soll seine Favoritin gewesen sein; insgesamt habe er 28 Frauen gehabt. Die Polygamie habe auch soziale Probleme gelöst, meint Majid.
    Im Abendsaal (mit 2 kleinen Zimmern) soll der Wesir seine Abende verbracht haben, unterhalten von seinen Frauen und blinden Musikern. Eine bemalte Zedernholzdecke, ein Mosaikfußboden, ein Wasserbecken aus Marmor in der Mitte (Dichter sollen das Geräusch des Wassers beschrieben haben, denn Wasser ist für Menschen aus der Wüste paradiesisch) und kalligraphische Bänder mit einer Sure, die Gesundheit und Ewigkeit verheißt, zieren den Raum.
    Auf dem Weg zu neuen Sehenswürdigkeiten kamen wir an einer Schulklasse vorbei: Majid intonierte die marokkanische Nationalhymne, die die Kinder begeistert mitsangen.
    Die Souks mit ihrem bunten Gedränge: mit eilenden Fußgängern, immer wieder durchfahrenden Rad-, Moped- und Motorradfahrern (darunter nur 2 Frauen), wobei ich ihre Gelenkigkeit bewunderte, da die Fahrer uns allenthalben ein wenig streiften, aber nie verletzten, den zu den Süßigkeitsläden rennende Kindern, vor denen sie dann wie Trauben warteten; mit ihren vielfältigen Angeboten (Textilien, Schuhe, Eßwaren, Gewürze, Schmuck, Töpfen, Plastikwaren, Körbe, Trockenfrüchte …) zogen uns in ihren Bann. In einer Bäckerei sahen wir den Bäcker in einer 1 m tiefen Versenkung stehen, um die köstlichen Brote aus dem Backofen zu holen, die wir sogleich kosten konnten, und neue Laibe hinein zu schieben. Im Souk der Kessel-, Kupfer- und Messingschmiede begleitete uns ein unaufhörliches klingendes, rhythmisches Klopfen und Hämmern, denn nichts wird weggeworfen,  jeder Nagel, jedes Stück Blech wird gerade geklopft und wieder verwendet.
    In einer Apotheke/Herberia wurden wir durch (beschwörende) Informationen über alle möglichen Gewürze (incl. Safranfäden, aus der Kokosblüte gewonnen), Duftsteine, Kräuter, Tees, (ätherische) Öle und Cremes gegen alle möglichen Leiden zu Käufen animiert.
    Vorbei am ältesten Hotel der Stadt, das früher ein Palast war, dem weltberühmten La Mamounia, kamen wir durch das Bab Agnaou, ein Tor aus dem 12. Jh., in das Kasbah-Viertel und zur Kasbah-Moschee. Ein Verkäufer bot Karamellstangen, Sandgebäck, mit Rosenwasser besprengt, und eine mit Erdnüssen gefüllte Rolle feil (was im Ramadan nach Sonnenuntergang gegessen wird) – das alles erstand Majid für uns zum Kosten.
    Die Saadiergräber zählen zu den bedeutsamsten Baudenkmälern der Stadt. Diese Nekropole wurde zwischen 1590 und 1600 angelegt – Moulay Ismail, der alle Erinnerungen an die Saadierdynastie tilgen wollte, ließ sie zuschütten und mit einer Mauer umschließen. Erst 1917 wurden die Gräber wieder entdeckt.  Durch einen verwinkelten Eingang kamen wir in die Anlage: Etwa 100 einfache Gräber im Freien und die luxuriösen Gräber von 7 Sultanen mit ihren Familienangehörigen in den Mausoleen, die prachtvoll mit Stukkaturen, Ornamenten, Mosaikfußböden, Marmorsäulen und Zedernholzschmuck ausgestattet sind, sind zu sehen; das prachtvollste Grab beherbergt die sterblichen Überreste des einflussreichen Saadierfürsten Ahmed El Mansour.
    Ein Warenhaus für gehobene Ansprüche verkürzte uns die Zeit bis zum frühen Abend, wenn es auf dem Djemaa El Fna lebendig zu werden beginnt. Der Name bedeutet Platz der Getöteten und weist darauf hin, dass der Platz einst als Richtstätte diente, wo auch die aufgespießten Köpfe der Hingerichteten zur Schau gestellt wurden. Zahlreiche Cafés, Restaurants und Souvenirgeschäfte säumen den Platz; in der Mitte bieten viele Standbuden  Obst, getrocknete Früchte, Säfte, warmes Essen und Getränke an und dazwischen unterhalten Musiker, Schlangenbeschwörer, Akrobaten, Märchenerzähler, Tänzer, Gaukler … die vorbei flanierende Menge.
    19. April – 8. Tag: Marrakesch und Ourikatal

    Unsere Fahrt ging nach Südwesten zu den ausgedehnten Menara-Gärten, einer Obstplantage aus dem 19. Jh., mit dem berühmten Wasserbecken „Bassin La Menara“ aus dem 12. Jh. vor der Kulisse des Hohen Atlas. Das Wasserreservoir ist 200 m lang, 180 m breit und 3 m tief, das heißt, es fasst 108,000.000 Liter oder 1,08 Mio. Hektoliter Wasser. In der Umgebung ein riesiger Olivengarten.
    Wir kamen nach Ourika, einem ärmlichen Dorf mit armseligen Häusern entlang der Kanäle, mit staubigen Straßen und vielen Kindern, die barfuß und in zerrissener Kleidung herum rannten. Nach ein paar hundert Metern Fußmarsch kamen wir zu der äußerst gepflegten Nectarome-Farm mit Wasserbecken, palmwedelbedeckten Lauben, einer aus Bambus errichteten Hütte mit Schafwollteppichen, Liegestühlen aus Holz, z.T. überdachten Holzbänken und –stühlen., mit z. T. kreisrund angelegten Kräuter- und Blumenbeeten, Orangen-, Feigen- und Grapefruitbäumen, Kakteen und Oleanderbüschen …Bei der anschließenden Führung faszinierten weniger die vorgestellten Pflanzen, die es bei uns auch gibt, und ihre Heilwirkung als die wunderbare Anlage dieses Schaugartens, den wir bei einem Becher Tee aus 8 Kräutern noch einmal auf uns wirken lassen konnten.
    Der Nachmittag war frei – viele von uns sogen am Djemaa El Fna und im Trubel der ausgedehnten Souks nochmals die Atmosphäre dieser Stadt und dieses Landes in sich hinein, entdeckten die Souks der Färber, machten letzte Einkäufe, flanierten über die Boulevards und genossen – wie auf der ganzen Reise – die angenehmen Frühlingstemperaturen.
    Am Abend gab´s eine Überraschung: das Abschiedsessen war in einem Restaurant in der Medina wie aus 1001 Nacht mit einem wunderbaren Innenhof, in dem Palmen, Orangen- und Zitronenbäume wachsen, mit Räumen, die mit arabischer Kunst geschmückt sind (herrliche Ornamente, Säulen und Bögen), mit marokkanischer Musik und einer Bauchtänzerin. Das mehrgängige Menü wurde in Tajines mit einer Silberplatte serviert.
    20. April – 9. Tag: Heimkehr:
    Im Bewusstsein, nur einen winzigen Teil dieses großen, schönen, kontrastreichen, interessanten  Landes gesehen und begriffen zu haben, bestiegen wir um 11 Uhr unseren Bus, der uns zum nahegelegenen Flughafen brachte, vernahmen Waltrauds letztes Tagesbulletin und ihren Dank an alle, die uns diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hatten, und schauten 2 Stunden später von oben auf die faszinierende Landschaft Marokkos.
    Mit einigen Hindernissen und 1 ¾ Stunden Verspätung kamen wir etwa um Mitternacht wohlbehalten – wenn auch einige von uns ohne Koffer – in München an.
    Was noch zu sagen ist: wir waren eine feine Gruppe, was sich nicht nur in regem Interesse an allem, was uns geboten wurde, und viel Humor zeigte, sondern auch an liebevoller Hilfsbereitschaft, was vor allem diejenigen, die krank wurden, sehr zu schätzen wussten, und wofür ich mich auch persönlich sehr herzlich bedanken möchte.
    Ich hoffe, dass diese Zeilen in Euch allen wunderschöne Erinnerungen wachrufen.
    Monika

    Monika Vergeiner-SinzCanisiusweg 125; A- 6063 RUM, AUSTRIA; monika.vergeiner@sinz.org

    12. – 20. April 2008


    Marokko – Al Maghreb
    Kulturschätze Nordafrikas


    Dieses Land, das wir ein wenig erkunden wollten, hat eine Fläche von fast 460.000 km² (die Westsahara, die  völkerrechtlich nicht als marokkanisches Staatsgebiet anerkannt ist, noch einmal etwa 250.000 km²) und etwa 32 Millionen Einwohner. Die Landesflagge zeigt auf rotem Untergrund – rot gilt als Farbe der Alaouiten, der herrschenden Dynastie, – einen grünen fünfzackigen Stern – für die fünf Säulen des Islam: Sahada, das Glaubensbekenntnis; Salat, das Gebet;  Sakat, die Pflicht, Almosen an die Armen zu geben; Saum, das Fasten im Monat Ramadan; Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka; –  grün war die 1. Fahne des Propheten Mohamed und gilt als Farbe des Islam. Die Hauptstadt ist seit 1912 Rabat.Al Maghreb heißt, „da, wo die Sonne untergeht“ und ist eine Bezeichnung für ganz Nordafrika.


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    23 Jan 10

    Haiti (frz.: Haïti; haitianisches Kreol: Ayiti) ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegener Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt.

    Der Landesname kommt aus der Sprache der Taíno, der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet „bergiges Land“. Die heutigen etwa 9 Mio. Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince. Haiti ist das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt wird. Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind.

    Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7 Haiti, worauf die gesamte Infrastruktur des Landes zusammenbrach. Das Epizentrum lag in der Nähe von Port-au-Prince.

    by wikipedia

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    14 Jan 10


    After two successful editions, Moroccan Travel Market, the international Fair for tourism professionals will hold its 3rd edition from the 14th to 17th January 2010 in Marrakech.

    MTM combines Business and meetings in an incredible and festive framework : the magical city of Marrakech. We pull together a large choice of new authentic destinations offered by exhibitors from all over the world. This year, we are happy to welcome again stakeholders from the Maghreb region, Subsaharian Africa and even Asia.

    The MTM fair gathers all the major tourism regional actors in one location.

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    11 Jan 10


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    11 Jan 10


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    11 Jan 10


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    11 Jan 10

    Ray Charles – Live at Montreux 1997

    This concert was filmed at the Montreux Jazz Festival

    The Doors – Live in Europe

    Filmed during their 1968 European tour

    Deep Purple – Live at Montreux 2006

    James Brown – Live in Montreux 1981

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    11 Jan 10

    Hallo Majid,

    ich schicke dir jetzt in mehreren E-Mails Bilder von unserer Rundreise.

    Wir sind gestern in Frankfurt bei minus 11 Grad (!!) gelandet.

    Im Auftrag unseres 6-er-Tisches danke ich dir für deine tolle Reiseleitung. Wir waren von Land und Leuten sehr beeindruckt. Du hast es geschickt verstanden, uns die religiösen und staatlichen Zusammenhänge und Besonderheiten des Landes zu erklären. Die Sehenswürdigkeiten in Marokko sind überwältigend, das Land ist eine Schönheit für sich.
    Ganz herzliche Grüße an deinen Sohn – er ist ein Prachtkerl.

    Wir wünschen dir und deiner Familie alles, alles Gute für die Zukunft.
    Dir persönlich viel Erfolg und vor allen Dingen Kraft und Gesundheit zum Gelingen aller künftigen Pläne.

    Herzliche Grüße
    von Hanne und Toni


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